AFRICA SCREAMS
AFRICA SCREAMS – Das Böse in Kino, Kunst und Kult
Horror als Subgenre der großen Erzählungen über das Böse hat keine klar definierbaren Grenzen, und doch zieht sich die Schreckensproduktion geradezu leitmotivisch durch die verschiedensten Kulturen und Epochen: von den einen als Tabubruch gefeiert – von den anderen als Quelle zivilisatorischer Entgleisungen argwöhnisch beäugt. Das Thema des Bösen ist riesig. Es wurde über Jahrhunderte diskutiert, verhandelt und ausgelegt – von Theologen, Philosophen, Politikern, Erzählern und Künstlern – in Afrika wie anderswo in der Welt. Und gäbe es das Böse nicht, wir müssten es wahrscheinlich erfinden, denn keine Moral ließe sich ohne den Bezug zu einem – wie auch immer gearteten – „Anderen des Guten“ etablieren. Insofern gehört das Böse zum Guten wie das Hässliche zum Schönen und das Fremde zum Eigenen. Ihre Bilder konstituieren sich immer schon in Opposition zum jeweils Anderen, und ihre Inszenierung ist Teil der Dramaturgie einer jeden Kultur.
Africa Screams unternimmt einen Streifzug durch die alten und neuen Mythologien Afrikas, auf den Spuren des Bösen und des Schreckens, des Hässlichen und der Angst, die sich seit dem Siegeszug der Videotechnologie in immer fantastischeren Bildern und Erzählungen Bahn brechen und damit auch die Schattenseite der Moderne in den Blick nehmen: die Expansion der okkulten Ökonomien, die Metaphern der Hexerei, des Kannibalismus und der Zombifizierung.
AFRICA SCREAMS
Ausstellung und Buch sind ein erster Versuch, eine Kunst- und Kulturgeschichte des Bösen und des Schreckens für Afrika zu entwickeln – und zwar in den verschiedensten Medien und Künsten: vom Ritual und Maskenwesen über den Bereich der Populärkultur (Comics, Horrorvideos, Kalenderdrucke, Videoposter) bis hin zur Auseinandersetzung mit dem Schrecken und dem Unheimlichen in der zeitgenössischen Kunst.
AFRICA SCREAMS
Africa Screams
Evil in Cinema, Art and the Occult
There are no clearly identifiable borders surrounding horror as a subgenre of the fantastical; like a leitmotif, the production of horror runs through the most varied cultures and epochs. Celebrated as a breaking of taboo and a cultural critique by some and branded as the source of civilization’s downfall by others, the theme has experienced a new boom with the triumph of video technology. Africa Screams undertakes an expedition through Africa’s hybrid mythologies tracking the trail of evil and horror, ugliness and fear, constantly paving new ways in increasingly fantastic images and tales, and in doing so also taking into view the dark side of modernism: expansion of the occult economies, neo-cannibalism, witchcraft, and zombies.
Africa Screams, a co-production with the Iwalewa-Haus Bayreuth and the Münchner Stadtmuseum, develops an art and cultural history of terror in a wide variety of media and arts: from rituals and masks through to horror films and the confrontation of contemporary art with evil. With this exhibition, the Kunsthalle Wien draws attention to further contemporary scenes beyond the view of the international art world.
curators: Thomas Mießgang, Tobias Wendl
KUNSTHALLE wien, hall 2,
November 05th, 2004 - January 30th, 2005
Die Ausstellung entsteht als Koproduktion mit der Kunsthalle Wien, wo sie vom 5. November 2004 bis zum 5. Februar 2005 zu sehen sein wird. Daran anschließend wird sie im Kunstverein Aalen (3. April bis 12 Juni 2005) und im Museum der Weltkulturen in Frankfurt a. M. gezeigt (8. Juli 2005 bis 15. Januar 2006).
由 emerson 發表於 September 20, 2004 11:58 AM
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